Was kann man mit Planspielen lernen? Um ihre Rolle erfolgreich
spielen zu können, eignen sich die Spielerinnen und Spieler
vor Beginn und während des Spiels gezielt das Wissen an, das
sie brauchen. Beim Spielen erschließen sich die politischen
Mechanismen und Interessenkonstellationen, die dem Konflikt zugrunde
liegen. Die Teilnehmenden lernen, zwischen verschiedenen politischen
Optionen abzuwägen: Welche sind wünschenswert, welche
realistisch? Sie begreifen, dass ein sorgfältig geplantes politisches
Konzept und seine tatsächliche Umsetzung selten deckungsgleich
sind - zu groß sind die politischen Interessengegensätze
der relevanten Akteure.
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Außerdem animiert
das Planspiel die Teilnehmenden zu einer reflektierten Sichtweise
auf den gespielten Konflikt und auf politische Entscheidungsprozesse
im Allgemeinen. Im Spiel wird konkret erfahrbar, wie sich Interessen
in der Interaktion mit Anderen herausbilden und sich im Laufe der
Verhandlungen und je nach Verhalten der anderen Spielenden verändern
können. Darüber hinaus lernen die Mitspielenden, dass
sich nicht alle Ziele durchsetzen lassen, dass Kompromisse eingegangen
werden müssen und dass Verhandlungen oft sehr schwierig sind.
Und aus der Analyse des Spielverlaufs lassen sich Erkenntnisse über
mögliche Lösungsstrategien für den Konflikt in der
„realen“ Welt gewinnen.
Doch auch die soziale Komponente ist wichtig: Die Teilnehmenden
müssen unter Zeitdruck Entscheidungen treffen, Prioritäten
setzen und Strategien umsetzen. Die notwendige Zusammenarbeit mit
Anderen, beispielsweise in einer gemeinsamen Verhandlungsgruppe,
fördert Teamfähigkeit, Verhandlungsgeschick, Kompromissbereitschaft
und Diskussionskultur.
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