Das Planspiel „Die fontanische Frage“ mit der Stiftung der deutschen Wirtschaft

Fluch oder Segen? – Ölressourcen als Konfliktursache

  • © Dirk Enters

Ist es Fluch oder Segen, wenn in einem innenpolitisch instabilen Staat Ölvorräte entdeckt werden, die groß genug sind, um viele wirtschaftliche Schwierigkeiten beheben zu können? In zwei parallel laufenden Planspielen erleben insgesamt 60 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung der deutschen Wirtschaft (sdw), wie groß das Konfliktpotenzial der wichtigen Ressource Öl sein kann.

Wer profitiert von der Ausbeutung der Ressourcen, und welche sicherheitspolitischen Folgen haben natürliche Ressourcen für die Dynamik innerstaatlicher Konflikte? Die Akteure in diesem Planspiel reichen von privaten und staatlichen Ölkonzernen über nationale und lokale Regierungen bis hin zu substaatlichen Oppositions- und Rebellengruppen.

Das Planspiel eignet sich hervorragend als Einführung in eine allgemeine Diskussion über weltweite Energieressourcen und die drohenden Konflikte um ihre Verteilung: Am Beispiel des fiktiven Landes Fontanien werden die Konflikte um Ressourcen nachgestellt. Dabei können die Teilnehmenden die Spielsituationen durch Aktionen selbst aktiv beeinflussen. Entsprechend der Interessen der von ihnen gespielten Rolle werden sie den Konflikt mit ihren Aktionen eher anheizen oder auch zur friedlichen Beilegung beitragen – der Ausgang ist – wie immer bei Planspielen – offen.

In der Auswertung wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die zentralen Eigenschaften der Dynamik des Planspiels mangelndes Vertrauen, unvollständige Informationen über den Verlauf sowie strukturelle Nachteile der moderaten Kräfte (Geld, Waffen, etc.) sind.

Das Planspiel „Die fontanische Frage“ haben wir inzwischen mehr als 20 Mal in unterschiedlichen Ländern durchgeführt, und nur ganz selten wurde eine friedliche Lösung des Konflikts erzielt. Leider zeigen die aktuell besonders vielen ungelösten realen Konflikte, dass das Spiel sehr nah an der Wirklichkeit liegt. Die Gründe für den Ausbruch gewaltsamer Konflikte im Kampf um lebenswichtige Ressourcen besser nachvollziehen zu können, ist entsprechend eines der wichtigsten Lernziele dieses aktionsorientierten Planspiels.

Fakten

Zielgruppe

Stipendiat/innen der sdw

Zielsetzung
  • Konfliktdynamiken verstehen
  • Herausforderungen friedlicher Konfliktlösung nachvollziehen können
Auftraggeber/in

Stiftung der Deutschen Wirtschaft e.V. (sdw)

Dauer Veranstaltung

1 Tag

Anzahl der Teilnehmenden

30

Ort

Gelsenkirchen

Sprache

Deutsch

Kompetenzen

Stimmen

  • Mit planpolitik habe ich ein ganztägiges Planspiel zu Energiekonflikten für eine Akademie zum Thema "Mensch und Energie" für 60 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung durchgeführt. Insgesamt vier Mal wurde diese Akademie angeboten, und planpolitik war jedes Mal dabei. Das Planspiel haben die Mitarbeiter von planpolitik extra für diese Veranstaltungsreihe entwickelt und dabei nach jeder Akademie weiter vebessert und perfektioniert. Neben viel Spaß war das Planspiel sehr hilfreich für die Teilnehmer, um die Komplexität von Energiekonflikten besser zu verstehen. Dabei waren die Mitarbeiter immer mit Spaß und Sachverstand dabei. Eine sehr angenehme Kooperation!

    Dirk Schmittchen (Referent in der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, Berlin)