Entwicklung einer dreiteiligen Planspielreihe für die Phillips-Universität Marburg

Rosanien in der Krise

Unser bis dato umfangreichstes Planspielprojekt: Im Auftrag des Zentrums für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg entwarf planpolitik eine dreiteilige Planspielreihe über den Konflikt im krisengeschüttelten, fiktiven Rosanien. Auch wenn das Land in der Realität nicht existiert, kann man das, was sich dort abspielt, mit anderen Namen versehen in jedem Buch über Konflikte im 20. Und 21. Jahrhundert nachlesen.

Politische Krisen, die sich im Extremfall zu kriegerischen Auseinandersetzungen auswachsen, sind für Außenstehende schwer nachvollziehbar: Was sind die Triebkräfte und Mechanismen, die potentiell zur Eskalation führen? Welche Interessen verfolgen die am Konflikt beteiligten Akteure wirklich – inklusive der umliegenden Staaten? Welche Rolle spielen die Medien?

Diese und weitere Fragen sollten Marburger Studierende im Studiengang Friedens- und Konfliktforschung nicht theoretisch bearbeiten, sondern praktisch erfahren – nicht zuletzt, um eine praktische Überprüfung relevanter Theorien und Konzepte zu ermöglichen.

Daher beauftragte uns das Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg damit, drei aufeinander aufbauende Planspiele zu entwickeln, die jeweils unterschiedliche Phasen eines Konfliktes abbilden sollten. Es wurde das bis dato umfangreichste Planspielprojekt, nicht zuletzt, weil wir den fiktiven Staat Rosanien komplett erfinden mussten – von der Geschichte über die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung, über die wirtschaftlichen Rahmendaten und politische Zusammenhänge bis hin zur Rolle der Nachbarstaaten.

Die drei auch unabhängig voneinander nutzbaren Planspiele thematisieren unterschiedliche Dimensionen eines Konflikts: Das erste, aktionsorientierte Spiel thematisiert innerstaatliche Verwerfungen im ethnisch heterogenen und politisch autoritär geprägten Rosanien. Spiel zwei bildet eine internationale Friedenskonferenz der Anrainerstaaten ab, die die rosanische Krise beizulegen suchen. Im letzten Planspiel verändert sich der Fokus, weg von der hohen Politik und hinunter auf die lokale Ebene. Vertriebene stehen bei der Rückkehr in ihre rosanische Heimatstadt vor zerbombten oder besetzten Häusern und einer Reihe weiterer Probleme. Eine Krise im Zeitraffer und unter dem Brennglas – wer kann danach noch mit Sicherheit sagen, wer Terrorist und wer Freiheitskämpfer ist, wer korrupter Beamter und wer ein Garant des friedlichen Zusammenlebens?

Die Planspielreihe Rosanien ist seit 2010 Teil des regulären Lehrangebots im Bachelor-Studiengang Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und wurde inzwischen von mehreren hundert Studierenden gespielt. Die einzelnen Teile werden zudem häufig unabhängig voneinander eingesetzt, u.a. bei Stiftungen und Entsendeorganisationen.

Fakten

Zielgruppe

Bachelor-Studierende

Zielsetzung
  • Die Triebkräfte und Mechanismen innerstaatlicher Konflikte und ihrer möglichen Verhinderung durch aktives Handeln und Verhandeln erfahren
  • Interessen und Motivation aller an einem Konflikt beteiligten Akteure (inkl. der umliegenden Staaten) verstehen
  • Einstieg über die Suche nach Lösungsansätzen bieten und ggf. die Überprüfung relevanter Theorien und Konzepte ermöglichen
Dauer Veranstaltung

18 Monate

Anzahl der Teilnehmenden

20-40

Ort

Marburg

Sprache

Deutsch, Englisch

Kompetenzen

Stimmen

  • Von unserer Seite vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit […]. Wir sind sehr glücklich über das Ergebnis.

    Dr. Sina Schüssler, Zentrum FuK, Uni Marburg