Planspiele mit chinesischen Masterstudierenden

Summer School an der Fudan Universität Shanghai

Diese Reihe begann schon, bevor es planpolitik überhaupt gab: Auf Einladung der FU Berlin unterrichten wir seit 2004 jedes Jahr im Rahmen einer Summer School an der Fudan Universität Shanghai. Seitdem haben wir in Kooperation mit der FU ähnliche Seminare in Hanoi, Phnom Penh, Istanbul, Athen, Damaskus, Amman und Teheran durchgeführt.

Dabei haben wir mit den chinesischen Masterstudierenden inzwischen schon die unterschiedlichsten Planspiele gespielt, wie zu den Welthandelsverhandlungen, der Rolle von Tabus in der Politik oder dem Konflikt um eine fiktive Inselgruppe.

Vor der ersten Reise nach Shanghai wurden wir noch gewarnt: Mit chinesischen Studierenden ein Planspiel zu spielen sei nicht möglich, der Unterricht dort zu verschult und die Chines/innen nicht bereit für interaktive Methoden. Glücklicherweise haben wir es dennoch versucht und ganz entgegen der Vorhersagen waren die Studierenden aus verschiedensten Provinzen Chinas auf Anhieb begeistert. Das Planspiel wurde zum festen Bestandteil dieser Shanghaier Sommerschule, und später dann des gesamten Seasonal School-Programms des Center for Global Politics an der FU Berlin. Mittlerweile sind wir für das Programm nach Hanoi (Vietnam), Phnom Penh (Kambodscha), Istanbul (Türkei), Athen (Griechenland), Damaskus (Syrien), Amman (Jordanien) und Teheran (Iran) gereist. Häufig nehmen an den zweiwöchigen Kursen auch einige Studierende aus den jeweiligen Nachbarländern sowie aus Deutschland teil.

Schon oft erforderte die Wahl des Planspielthemas besondere Sensibilität. In Absprache mit den Programmverantwortlichen haben wir aber immer eine Lösung gefunden, um auch zu heiklen Themen wichtige Diskussionen anzustoßen. Häufig hat dies bedeutet, ein fiktives Planspiel zu entwickeln und zu spielen. So wären z.B. in einem realistischen Planspiel über den Konflikt um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer die Diskussionen von den eigenen oder den offiziellen Meinungen geprägt gewesen. Über ein fiktives Szenario lässt sich hingegen gut streiten, und in der Auswertung erfolgt dann die Übertragung auf die reale Welt. Unsere Erfahrung bestätigt uns darin, dass auf diese Weise gehaltvollere Diskussionen auch zu Themen möglich sind, die sonst von starken Ansichten oder Denk- und Sprechverboten gekennzeichnet sind.

Darüber hinaus sind diese Seasonal Schools in aller Welt für uns immer eine sehr spannende Erfahrung. Wann bekommt man schon sonst die Gelegenheit, mit iranischen Studierenden über die Rolle der Menschenrechte in der internationalen Politik zu diskutieren oder mit Jordanier/innen über die Flüchtlingsproblematik in der Region? Und ganz nebenbei verdanken wir dem Center for Global Politics eine Möglichkeit, die Welt zu entdecken…

Fakten

Zielgruppe

Master-Studierende aus den jeweiligen Ländern

Zielsetzung
  • Diverse, z.B.
  • - Mechanismen und Triebkräfte internationaler Politik verstehen
  • - Interessen und Positionen in aktuellen zwischen- und innerstaatlichen Konflikten verstehen und Lösungsoptionen diskutieren
  • - Verhandlungs- und kommunikative Kompetenz trainieren
Auftraggeber/in

Center for Global Politics, Freie Universität Berlin

Dauer Veranstaltung

1-2 Tage

Anzahl der Teilnehmenden

30

Ort

Shanghai

Sprache

Englisch

Kompetenzen

Stimmen

  • Viele Jahre der Zusammenarbeit zeigen mir, dass planpolitik ein innovativer, interkulturell kompetenter und zuverlässiger Partner ist. Bei Seasonal Schools in China, der Türkei, im Iran, in Vietnam und an anderen Orten profitieren unsere internationalen Studierenden von den Simulationsspielen und interaktiven Methoden, die planpolitik dort mit uns anbietet. planpolitik arbeitet flexibel und doch professionell. Ich freue mich auf weitere Kooperationen.

    Prof. Dr. Klaus Segbers (Center for Global Politics, Freie Universität Berlin)