Planspiele für das Goerdeler-Kolleg der Robert-Bosch-Stiftung

Wahlbetrug in Fontanien?

Krieg in der Ukraine, Diktatur in Belarus, Separatismus in Transnistrien, autoritäre Tendenzen in der Türkei: Die EU-Außenpolitik gegenüber den Nachbarn im Osten und Süden steht vor großen Fragen, mit denen sich die 20 Kollegiat/innen aus eben diesen Staaten auseinandersetzen. Zwei fiktive Planspiele boten eine ungewöhnliche Annäherung an die Problematik.

Das Carl-Friedrich-Goerdeler-Kolleg richtet sich an Young Professionals aus Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau, Russland, der Türkei und der Ukraine. Die Kollegiatinnen und Kollegiaten werden ein Jahr lang dabei unterstützt, eigene Projekte in ihren Heimatländern zu entwickeln und umzusetzen und damit zu Demokratisierung und Good Governance beizutragen.

Ein Seminartag in der Auftaktwoche zum Kolleg 2014/2015 stand ganz im Zeichen zweier Planspiele, die sich mit dem „Wahlbetrug in Fontanien“ sowie mit der Frage „Fontanien in die Inotische Union?“ beschäftigten. Fontanien? Inotische Union? Wir haben uns bewusst für fiktive Szenarien entschieden, denn sie erlauben es, mit dem nötigen Abstand einmal ganz neu über Zusammenhänge nachzudenken.

Spiel I: Bei den Präsidentschaftswahlen in Fontanien sprechen Beobachterinnen und Beobachter von massiven Wahlfälschungen. Kurz nach den Wahlen kommt es im gesamten Land zu Demonstrationen und Unruhen. Der Auswärtige Rat der Inotischen Union (IU) kommt zusammen, um über die Entwicklungen in Fontanien zu beraten.

Spiel II: Die Lage hat sich beruhigt, es gibt eine Übergangsregierung. Nun geht es um die Frage, wie die IU mit dem Krisenland Fontanien weiter verfährt – welche Form der Zusammenarbeit wird angestrebt und unter welchen Bedingungen? Gleichzeitig finden auf der innenpolitischen Ebene Diskussionen darüber statt, inwiefern sich das Land überhaupt der IU annähern möchte.

Die Planspiele eigneten sich sehr gut, um die Kollegiatinnen und Kollegiaten miteinander ins Gespräch zu bringen, Diskussionen anzustoßen und neue Sichtweisen zu eröffnen. Nicht zuletzt lieferten sie einen sehr positiven Beitrag zu Teambuilding und Gruppendynamik – insgesamt also ein voller Erfolg!

 

Fakten

Zielgruppe

Young Professionals aus Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau, Russland, der Türkei und der Ukraine

Zielsetzung
  • Diskussion über das Verhältnis von außenpolitischen Interessen und Menschenrechten
  • Erleben einer Krisensituation, in der Akteure mit unterschiedlichen Interessen unter Zeitdruck einstimmig eine Entscheidung treffen müssen
  • Training und Reflektion von Verhandlungsstrategien
Auftraggeber/in

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP)

Dauer Veranstaltung

1 Tag

Anzahl der Teilnehmenden

20

Ort

Berlin

Sprache

Deutsch

Kompetenzen

Stimmen

  • Das Planspiel „Umstrittene Wahlen in Fontanien“ bietet ein sehr realistisches Szenario. Auch bei der UN in New York oder bei der EU in Brüssel finden die wichtigsten Verhandlungen und Einigungen in informellen Verhandlungen statt und nicht am offiziellen Verhandlungstisch. Genau das bildet das Planspiel sehr realistisch ab. [...] Wichtig ist auch: Mittagessen und Cocktail-Empfänge sind nicht zum Essen da sondern zum Verhandeln.

    Dr. J. C. A. Staehelin, UN-Botschafter a.D. der Schweizerischen Eidgenossenschaft