Interkultureller Workshop in Hamburg

Weg vom Schubladendenken!

Wie sehe ich mich? Wie sehen mich die anderen? Wer sind überhaupt „die anderen“ in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Tagesveranstaltung und werden gemeinsam mit den Teilnehmenden beantwortet. Übungen, Diskussionen und ein für den Workshop neu konzipiertes Planspiel bieten die Gelegenheit, eine Rolle und damit eine andere Perspektive auf die Welt einzunehmen. Was ist eigentlich das Besondere daran, in einem Babel der Neuzeit zu leben – einer (kulturell) vielfältigen, ja chaotischen Großstadt?

Dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, wird von vielen erst seit einigen Jahren akzeptiert – die Wahrnehmung hinkt der Wirklichkeit also einige Jahrzehnte hinterher. Eine der vielen Folgen ist, dass es kaum eine positive Anerkennungskultur der Talente und Eigenschaften gibt, die Migrant/innen mitbringen. Dies ist in den USA anders, und deswegen bezieht das Programm diese Perspektive mit ein und arbeitet Unterschiede zwischen den USA und Deutschland heraus.

Der Workshop richtet sich an alle, die eine vielfältige Gesellschaft als Herausforderung oder Chance sehen und ihre Erfahrungen miteinander teilen wollen. Um nicht wie so häufig über, sondern mit und aus der Perspektive von Menschen mit Migrationshintergrund zu sprechen, fragen wir uns gemeinsam: Welche Talente gibt es hier, die vielleicht gar nicht wahrgenommen werden, weil sie nicht zu den traditionellen deutschen Tugenden oder Stärken zählen? Wie kann es gelingen, diese Talente als Bereicherung erfahrbar zu machen? Und wie ist das mit der Verallgemeinerungsbrille: Haben alle arabisch- oder türkischstämmigen Menschen hier in Deutschland dieselben Interessen? Natürlich nicht. Diese und andere Missverständnisse sollen mit Hilfe eines Methodenmix erfahrbar gemacht werden.

Ein immer wiederkehrender Wunsch der jugendlichen Teilnehmenden an die Politik und die Gesellschaft: Hört mit eurem Schubladendenken auf! Und fördert uns nicht, nur weil wir einen Migrationshintergrund haben. Wir sind integrativer Teil dieser vielfältigen Gesellschaft!

Fakten

Zielgruppe

Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe II mit und ohne Migrationshintergrund

Zielsetzung
  • (Verborgene) Talente bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund fördern
  • Reflexion über Benachteiligung im interkulturellen Kontext
Auftraggeber/in

Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Amerikazentrum Hamburg

Projektpartner/innen
Odette Enayati (freie Trainerin im Bereich pol. Bildung)
Dauer Veranstaltung

1 Tag

Anzahl der Teilnehmenden

15-25

Ort

Hamburg

Sprache

Deutsch

Kompetenzen

Stimmen

  • Die Planspiele kommen sympathisch unpädagogisch daher, entwerfen großstädtisches Chaos und spielen mit der Verwirrung, setzen dabei nichts voraus als die eigene Lebenswelt und kommen ganz ohne die gängigen Begrifflichkeiten aus, die sowieso kein Mensch/Jugendlicher mehr hören mag. Eine kreative Überforderung, die nicht Interkulturalität behandelt, sondern vielmehr die eigene Erfahrung und das eigene Denken, echt grenzerweiternd. So ist die Veranstaltung zu einer eintägigen Weltreise geworden, bei der man am Ende gut landet, aber eben woanders.

    Odette Enayati
    (Co-)Trainerin Interkultureller Workshop mit planpolitik und dem Amerikazentrum Hamburg