Seminar für internationale Stipendiat/innen des Bundestages aus arabischen Staaten

Wie funktioniert die plurale deutsche Gesellschaft?

Quizfrage: Was sind die vier nationalen Minderheiten in Deutschland? Kaum jemand weiß darauf aus dem Stand eine Antwort, aber für Stipendiat/innen des Deutschen Bundestages aus sieben arabischen Ländern war es teilweise schon eine Überraschung, dass es mit Sinti und Roma, Dänen, Friesen und Sorben überhaupt anerkannte Minderheiten gibt.

Wie leben nationale, ethnische und religiöse Minderheiten in der pluralistisch-demokratischen Bundesrepublik? Und wie werden sie von der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen? Welche Schutzmechanismen gibt es? Und was tun, wenn es mal nicht rund läuft, weil eine Moschee neben einer Kirche entstehen soll?

All diese Fragen wurden in intensiven zweieinhalb Tagen in Berlin und Brandenburg thematisiert. Höhepunkte dabei waren am Exkursionstag die Geschwindigkeit und Sachkunde, mit der Rabbiner Daniel Alter Fragen der 24 Stipendiat/innen nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Judentum und Islam beantworten konnte.

Auch dass am Columbiadamm in Neukölln auf einem kleinen Stück Türkei die prächtige Sehitlik-Moschee steht, überraschte alle. Und warum gewähren Christ/innen muslimischen Flüchtlingen Kirchenasyl, obwohl sie damit gegen Gesetze verstoßen? Dazu gab der Verein Asyl in der Kirche Berlin e.V. umfassend Auskunft.

Nach einem Tag voller Einblicke in verschiedene Berliner Religionsgemeinschaften ging es nach Werneuchen im Brandenburgischen. Dort erlebten die Stipendiat/innen in einem ganztägigen Planspiel zum Thema Moscheebau, welche Konfliktlinien es bei Fragen zwischen Minderheits- und Mehrheitsgesellschaft geben kann und wie Lösungen erarbeitet werden können.

Am Ende steht fest: Eine plurale Gesellschaft ist bunt, aber sie ist auch kein Selbstläufer.

Fakten

Zielgruppe

Arabische Stipendiat/innen aus dem Programm Internationales Parlaments-Stipendium (IPS)

Zielsetzung
  • Kenntnisse über nationale, ethnische und religiöse Minderheiten in Deutschland
  • Praxis der Minderheitenpolitik
  • Selbstorganisation und Forderungen von Minderheiten
  • Umgang mit Konflikten
Auftraggeber/in

Referat Internationale Austauschprogramme des Deutschen Bundestages

Dauer Veranstaltung

2,5 Tage

Anzahl der Teilnehmenden

24

Ort

Berlin und Brandenburg

Sprache

Deutsch

Kompetenzen