Vom richtigen Krisenmanagement und der Frage: Soll man mit Terrorist/innen verhandeln?

Panic on Board – Terroristen entführen Passagierflugzeug

Eine radikale Gruppierung entführt ein Passagierflugzeug. An Bord: Hochrangige Regierungsbeamte und Zivilisten aus zwei Ländern. Die Bedingungen für eine Freilassung der Geiseln sind sehr weitgehend. Hinzu kommt, dass der Treibstoff nur noch für 2 Stunden reicht. Die Regierungen der betroffenen Staaten müssen unter extremem Zeitdruck entscheiden, ob sie mit den Terrorist/innen verhandeln, ob sie die Bedingungen erfüllen oder ob sie Härte gegenüber den Entführer/innen zeigen.

Erschwert werden die Beratungen durch Misstrauen zwischen den beiden Regierungen und Rivalitäten zwischen Ressorts und Personen. Die Entführer/innen sitzen in einem anderen Raum und kommunizieren nur über ihre Genoss/innen „am Boden.“ Wie gehen sie mit dem Druck um? Die Presse berichtet live und wartet auf Sensationsmeldungen…

Die grundlegende Frage jedoch lautet: Darf man mit Terrorist/innen überhaupt verhandeln, und sie steht im Zentrum dieser Krisensituation, die vor dem Hintergrund der jüngst sehr zahlreichen Entführungen und Hinrichtungen von Geiseln noch an Aktualität gewonnen hat.

Verhandelt man mit den Entführer/innen offiziell, dann spielt man ihnen in die Hände, indem man ihnen die gewünschte Legitimation gewährt. Verhandelt man mit ihnen nicht, ist eine friedliche Lösung fast nicht zu erreichen. Also wird meist im Geheimen verhandelt.

Erhöht wird der Druck in einer solchen Situation durch die tickende Uhr (in unserem Planspiel reicht der Treibstoff nur für zwei Stunden) sowie die sensationslüsterne Presse, die jedes Gerücht als Nachricht verkauft, nur um der ebenso sensationslüsternen Öffentlichkeit überhaupt etwas zu liefern. Hier können einzelne Wörter den Unterschied machen.

Zu allem Überfluss sind sich die Regierungen der beiden betroffenen Staaten nicht einig, und auch innerhalb der Krisenstäbe gibt es persönliche Animositäten und Uneinigkeiten über den richtigen Ansatz zur Bearbeitung der Krise.

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie die Teilnehmenden mit den Dilemmata und Widersprüchen des Krisenmanagements umgehen – ein Richtig oder Falsch gibt es in einer solchen Situation nicht, außer dass man wegweisende Entscheidungen mit Besonnenheit treffen sollte.

Fakten

Zielgruppe

Master-Studierende Conflict Management an der American University of Paris

Zielsetzung
  • Verhandeln mit ‚Terrorist/innen‘?
  • Verhandeln unter Zeitdruck
  • Mehrebenen-Verhandlungen
Auftraggeber/in

American University of Paris

Dauer Veranstaltung

5 h

Anzahl der Teilnehmenden

30

Ort

Paris/Frankreich

Sprache

Englisch

Kompetenzen