Der Prozess der Medikamentenentwicklung als Simulation

Planspiel Hämophilie für die Bayer AG

Hätten Sie gewusst, dass von der Entdeckung eines potentiellen Medikaments bis zur seiner Markteinführung i.d.R. 12 Jahre vergehen und es nur 1% der potentiellen “Kandidaten” überhaupt auf den Markt schaffen? Im Auftrag der Bayer AG haben wir ein Planspiel entwickelt, das diesen Entwicklungsprozess verständlich macht. Die erste Durchführung mit Studierenden in Boston war ein echter Erfolg!

Die Bayer AG gehört zu den führenden Pharmakonzernen weltweit. Doch die wenigsten Menschen haben einen Einblick, nach welchen Kriterien die Entwicklung eines Medikaments bis zur Markteinführung entschieden wird und welche Erwägungen dabei eine Rolle spielen.

In der Regel gibt es zur gleichen Krankheit mehrere sogenannte Kandidaten – einige im Frühstadium mit ersten Forschungsergebnissen, andere bereits in Testphasen mit Personen, die an der jeweiligen Krankheit leiden. Für die Entscheidung, welche der Kandidaten weiterverfolgt werden, müssen Fragen der Patenterteilung, der Wirtschaftlichkeit oder der möglichen Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig ist klar – die Konkurrenz schläft nicht. Auch ist das Budget begrenzt, d.h. nicht alle Kandidaten können die nächste Runde erreichen. An der Entscheidungsfindung sind Vertreter/innen mehrerer Abteilungen beteiligt: Forscher/innen, Ärzte/innen, Jurist/innen und die Kolleg/innen vom Marketing – jeweils mit unterschiedlichen Perspektiven und Interessen.

Diesen internen Aushandlungsprozess haben wir im Auftrag der Bayer AG exemplarisch an der Bluter-Krankheit (Hämophilie) als kurzes, stark vereinfachtes Planspiel aufgearbeitet. Unsere Aufgabe war die Entwicklung und visuelle Gestaltung der kompletten Spielmaterialien und einer Handreichung für die Durchführung sowie ein Testlauf mit Mitarbeiter/innen der Bayer AG.

Bei der Entwicklung waren wir inhaltlich in diesem Fall komplett auf die Zuarbeit durch Kolleginnen der Bayer AG angewiesen. In diesem Prozess haben wir auch selbst viel gelernt, zunächst einmal in inhaltlicher Hinsicht. Doch außerdem haben wir gelernt, dass wir auch als inhaltliche Laien interne Organisationsabläufe eines Unternehmens in einem Planspiel verarbeiten können – jedenfalls dann, wenn die Zusammenarbeit so gut ist wie in diesem Fall.

Die erste Durchführung mit Master-Studierenden im Fach Health Care Administration an einer Universität in Boston/USA war bereits ein großer Erfolg. Die Bayer AG, der mit Abschluss unserer Arbeit die Rechte an dem Spiel übertragen wurden, will das Planspiel zukünftig in Fortbildungen und Informationsveranstaltungen einsetzen.

Fakten

Zielgruppe

Studierende, Interessierte

Zielsetzung
  • Hintergrundwissen über Prozess und Kosten der Medikamentenentwicklung
  • Einblick in interne Entscheidungszwänge eines Pharma-Konzerns
  • Überblick über mögliche Störfaktoren im Entwicklungsprozess
Auftraggeber/in

Bayer AG

Dauer Veranstaltung

1 Tag

Anzahl der Teilnehmenden

12-14

Ort

Boston, USA

Sprache

Englisch

Kompetenzen

Stimmen

  • "Das Planspiel war ein voller Erfolg! Die Studierenden mochten es sehr und haben viel gelernt - nicht zuletzt, wie komplex so eine Medikamentenentwicklung ist und was wir in der Industrie dabei so alles beachten müssen. Jetzt verstehen sie auch besser, warum es so lange dauert bis ein Medikament auf den Markt kommt."

    Kerstin Crusius, Head Global Science & Healthcare Communications, Bayer AG